Übergang Kita - Grundschule
Der erste Schultag ist ein Ereignis, das wohl jedem Menschen in Erinnerung bleibt. Die Kinder erwarten den Eintritt in die Schule meist mit Freude und Spannung, ein paar von Ihnen sind dabei vielleicht auch ein wenig ängstlich. Die betroffenen Eltern sehen den Übergang vielfach als das Ende des unbeschwerten Teils der Kindheit. Für die Erzieherinnen und die Lehrkräfte handelt es sich um ein regelmäßig wiederkehrendes Ereignis, dem sie besondere Aufmerksamkeit widmen. Ein gleitender, kindgerechter Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule ist mithilfe geeigneter Kooperationsmaßnahmen durchaus möglich. Die Aufgabe des Kindergartens besteht darin, die emotionalen, kognitiven und motorischen Kompetenzen der Kinder so zu fördern, dass ein problemloser Schulstart möglich ist. Die Grundschule soll dann die Bildungs- und Entwicklungsfelder aufgreifen und kontinuierlich fortsetzen. Die Anschlussfähigkeit der beiden Systeme ist von großer Wichtigkeit und erfordert eine regelmäßige Abstimmung unter den Fachkräften der beiden Institutionen. Unabhängig vom Kriterium der Schulfähigkeit werden heutzutage alle schulpflichtigen Kinder in die Grundschule aufgenommen. Da es sich bei den Schulanfängern um eine heterogene Gruppe handelt, wurde die flexible Schuleingangsphase eingeführt. Auf diese Weise ist ein differenzierter und individualisierter Unterricht möglich.
Vom Kindergartenkind zum Schulkind
Beim Übergang vom Kindergarten zur Grundschule vollzieht sich ein Wandel in der kindlichen Lebenswelt. Der Eintritt in die Grundschule bringt für die Kinder eine Vielzahl von gravierenden Veränderungen und Anforderungen mit sich. Die Kinder müssen sich von den Lebensgewohnheiten der Kindertagesstätte sowie von vertrauten Erzieherinnen, Kindergartenkindern und Räumlichkeiten verabschieden. Sie verlassen eine Spielwelt und kommen in eine Lernwelt, in der sie sich sowohl inhaltlich als auch methodisch an andere Lerninhalte und -formen gewöhnen müssen. In der Grundschule werden ihnen dann die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen sowie Basiskompetenzen vermittelt. Während in der KiTa das spielerische Erproben und Lernen im Vordergrund stand, ist das Unterrichtsgeschehen in der Regel durch die stark verbale Vermittlungsform von Lerninhalten geprägt. In der Grundschule müssen sich die Kinder an bestimmte Verhaltensregeln halten und erleben einen bis dahin nicht gekannten Sitzzwang. Die Phasen, in denen die Kinder sitzen bleiben und zuhören müssen, verlängern sich und erfordern Konzentration und Ausdauer sowie ein geschultes Hörverhalten. Während der Schulstunden müssen die Kinder ihre Kontakt- und Äußerungswünsche zurückstellen und haben weniger Möglichkeiten, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und zu befriedigen. Die Schulkinder werden verstärkt mit vorgeschriebenen Aufgaben konfrontiert. Oftmals erfolgt im Anschluss eine Leistungsbewertung. Die Kinder müssen lernen, mit Lob, Tadel und Kritik umzugehen. Mit dem Schuleintritt steigen auch die Erwartungen der Eltern an die Lern- und Leistungsbereitschaft ihrer Kinder. Durch die Leistungsbewertung und -beurteilung kann sich auch die Beziehung der Eltern zum Kind verändern, sowohl positiv als auch negativ. In der neuen Klasse müssen die Kinder ihren Platz, ihre Rolle und ihre Beziehung erst wieder neu finden.
Kooperationsmaßnahmen
Unsere Fachkräfte aus Kindergarten und Grundschule verstehen sich als pädagogische Nachbarn und arbeiten in professionellen Netzwerken zusammen. Die Kooperation ist ganzjährig angelegt und setzt verschiedene Schwerpunkte. Zwischen der Grundschule „An der Burg“ und den 3 umliegenden KiTa´s („Sarrezwerge“, katholischer Kindergarten und evangelischer Kindergarten) haben sich mittlerweile folgende Kooperationsformen etabliert: Informationsabende für Eltern, Diagnostik in der KiTa, Vorschule und gemeinsame Projekttage.
Elternarbeit
Die pädagogischen Fachkräfte der KiTa und der Grundschule müssen auch eng mit dem Elternhaus zusammenarbeiten. Das Gespräch der Pädagogen und Eltern über Erziehungsziele und -methoden, Förderansätze und organisatorische Regelungen beim Übergang in die Schule dient der kontinuierlichen Entwicklung des Kindes. Bei gemeinsamen Projekten sowie an Informationsabenden, Kontaktnachmittagen und in Einzelgesprächen kann das Vertrauen der Eltern und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit gestärkt werden. Eltern sind auch verpflichtet, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Kinder angemessen zu erziehen und ihnen zu ihrer Entwicklung angemessenen Bildungsgang zu verhelfen.
Der Übergang von der KiTa in die Grundschule ist wegweisend für die Bildungsbiographie eines jeden Kindes!

